Was tun, wenn ein Specht
in der Fassade wohnt?
Spechte beschädigen zunehmend Hausfassaden, insbesondere gedämmte
Außenwände. Was mit einem einzelnen Loch beginnt, kann sich
rasch ausweiten und die Gebäudehülle beeinträchtigen. Für
Eigentümer stellt sich nicht nur die Frage nach der Ursache, sondern
auch nach dem richtigen Umgang mit dem Schaden – technisch, rechtlich
und finanziell.
Besonders WDVS-gedämmte Fassaden sind attraktiv
Der Lebensraum der Spechte hat sich verändert. In vielen Städten
fehlen alte oder abgestorbene Bäume, die Spechte für Nahrungssuche
und Höhlenbau benötigen. Gedämmte Fassaden wirken für
sie wie ein Ersatz: Der Klang beim Klopfen erinnert an morsches Holz,
der Putz lässt sich vergleichsweise leicht durchdringen. Besonders
häufig betroffen sind Außenwände mit Wärmedämmverbundsystem.
Wärmegedämmte Außenwände sind auch deshalb für
Spechte so attraktiv, weil sich der Dämmstoff schnell ausräumen
lässt. Innerhalb weniger Tage kann so eine nutzbare Höhle entstehen.
Für das Gebäude hat das Folgen: Die Dämmwirkung wird geschwächt,
Feuchtigkeit kann eindringen und Folgeschäden begünstigen. Oft
entstehen mehrere Öffnungen in räumlicher Nähe, die später
auch von anderen Tieren genutzt werden.
Rechtliche Grenzen und Pflichten
Spechte und ihre Nistplätze stehen unter dem Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes
– auch dann, wenn sie sich an Gebäuden befinden. Eingriffe
sind daher nur eingeschränkt möglich. Während der Brutzeit
dürfen die Tiere weder gestört noch vertrieben werden. Reparaturen
an der Fassade sind erst zulässig, wenn die Höhle unbewohnt
ist oder eine behördliche Ausnahmegenehmigung vorliegt.
Reparatur und Folgeschäden im Blick behalten
Das fachgerechte Schließen der Löcher erfordert mehr als
kosmetische Ausbesserungen. Beschädigter Dämmstoff muss erneuert
und die Fassade dauerhaft geschlossen werden. Hinzu kommt, dass die Schäden
häufig in großer Höhe liegen und Hilfsmittel wie Gerüste
oder Hubsteiger erforderlich sind. Unbehandelte Öffnungen können
langfristig zu Frostschäden, Feuchteeintritt und weiterem Substanzverlust
führen.
Vorbeugung und Versicherungsschutz prüfen
Ein vollständiger Schutz vor Spechten ist kaum möglich, wohl
aber eine Risikominderung. Wirksam ist meist erst das Zusammenspiel verschiedener
baulicher und optischer Maßnahmen, die in Abständen angepasst
oder verändert werden.
Dazu zählen unter anderem:
- glattere Fassadenoberflächen,
- bewegliche Abschreckungselemente,
- Spanndrähte oder dünne Edelstahlseile vor gefährdeten
Fassadenbereichen
- alternative Nistmöglichkeiten in ausreichendem Abstand zum Gebäude.
Auch der Versicherungsschutz sollte überprüft werden. Schäden
durch wildlebende Tiere wie Spechte sind nicht in jedem Wohngebäudetarif
mitversichert. Fragen Sie Ihren Versicherer, ob der bestehende Schutz
ausreicht oder eine mögliche Lücke geschlossen werden muss.
Fazit
Spechtschäden an Fassaden sind mehr als ein optisches Problem.
Wer frühzeitig vorbeugt, rechtliche Vorgaben beachtet und seinen
Versicherungsschutz kritisch prüft, kann Risiken besser begrenzen
und die Bausubstanz langfristig erhalten.
Sie haben weitere Fragen? Lassen Sie sich von den Experten der GEV Grundeigentümer-Versicherung
unter 040 3766 3367 beraten.
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