Was kostet eine Wohngebäudeversicherung?
Ein Leitungswasserschaden kann schnell fünfstellige Summen erreichen.
Trotzdem wissen viele Hauseigentümer nur wenig über die Kosten
ihrer Wohngebäudeversicherung. Eine pauschale Antwort auf die Frage
nach dem Beitrag gibt es jedoch nicht: Der Preis hängt von mehreren
Faktoren ab.
Welche Faktoren den Beitrag bestimmen
Der Versicherungsbeitrag ergibt sich aus verschiedenen Merkmalen der
Immobilie. Besonders wichtig sind:
- Versicherungssumme:
Sie basiert auf dem sogenannten Wert 1914. Dieser fiktive Neubauwert
dient als Grundlage für die Berechnung der heutigen Versicherungssumme.
Durch einen Anpassungsfaktor wird der Betrag regelmäßig an
steigende Baukosten angepasst.
- Wohnfläche:
Je größer das Gebäude, desto höher ist in der Regel
die Versicherungssumme und damit auch der Beitrag.
- Bauart und Dach:
Massivhäuser mit harter Bedachung gelten als weniger risikoreich
als Holzbauten oder Häuser mit weichen Dächern.
- Standort:
Regionale Risiken beeinflussen den Beitrag erheblich. Versicherer nutzen
dafür unter anderem das Zonierungssystem ZÜRS.
- Baujahr und Zustand:
Neuere oder modernisierte Gebäude verursachen statistisch weniger
Schäden als unsanierte Altbauten.
- Leistungsumfang:
Der Grundschutz deckt Feuer, Leitungswasser, Sturm und Hagel ab. Erweiterungen
wie Elementarschutz erhöhen den Beitrag.
- Selbstbeteiligung:
Wer im Schadenfall einen Teil der Kosten selbst trägt, kann den
jährlichen Beitrag senken.
Diese Faktoren wirken immer zusammen. Ein modernes Massivhaus in einer
risikoarmen Region kostet daher deutlich weniger als ein älteres
Gebäude in einem Hochwassergebiet.
Beispielhafte Beiträge
Die Kosten können stark variieren. Für ein typisches 120-qm-Einfamilienhaus
liegen die Jahresbeiträge häufig etwa zwischen 140 und 900 Euro,
abhängig von Größe, Bauart, Alter, Standort und Tarif.
Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass selbst bei vergleichbaren
Gebäuden deutliche Preisunterschiede möglich sind. In einem
Vergleich von Stiftung Warentest lagen die Kosten mancher Tarife bis zu
viermal höher als bei anderen Angeboten.
Warum Beiträge regelmäßig steigen
Viele Hauseigentümer wundern sich über jährliche Beitragsanpassungen.
Diese hängen meist mit dem sogenannten Anpassungsfaktor der
Wohngebäudeversicherung zusammen. Er orientiert sich an
der Entwicklung der Baupreise und der Tariflöhne im Baugewerbe.
Steigen Baukosten und Handwerkerlöhne, erhöht sich auch die
Versicherungssumme – und damit der Beitrag. Dadurch soll sichergestellt
werden, dass ein Gebäude im Schadenfall tatsächlich zum aktuellen
Preis wieder aufgebaut werden kann.
Möglichkeiten zum Sparen
Trotz steigender Baukosten gibt es Möglichkeiten, den Beitrag zu
reduzieren:
- Eine Selbstbeteiligung vereinbaren
- Modernisierungen oder Sanierungen
dem Versicherer melden
- Den Versicherungsumfang regelmäßig
prüfen
Wichtig ist jedoch, den Beitrag nicht allein nach dem Preis zu beurteilen.
Entscheidend ist, dass der Versicherungsschutz zum Gebäude und zu
den individuellen Risiken passt.
Fazit
Die Kosten einer Wohngebäudeversicherung hängen von vielen
Faktoren ab. Wer den Vertrag regelmäßig überprüft,
kann den Beitrag beeinflussen und gleichzeitig für einen passenden
Schutz seines Hauses sorgen.
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